Weniger Bürokratie im Schulzimmer – Lehrplan 21 gehört auf den Prüfstand!

Die SVP Basel-Stadt fordert eine Überprüfung des Lehrplans 21. Mit einer Motion verlangen die SVP-Grossräte Joël Thüring und Jenny Schweizer eine unabhängige Evaluation des Lehrplans, weniger administrative Belastung für Lehrpersonen und eine stärkere Konzentration auf die grundlegenden Bildungsaufgaben.
Seit mehreren Jahren wird der Lehrplan 21 auch an den Basler Volksschulen angewendet. Seit Einführung wurde die schulische Ausbildung stärker auf Kompetenzen ausgerichtet. Zahlreiche Kompetenzbeschreibungen, Dokumentationspflichten und organisatorische Vorgaben prägen seither den Schulalltag. Doch die entscheidende Frage wurde nicht ausreichend beantwortet: Hat diese Reform tatsächlich zu einem besseren Unterricht und besseren schulischen Leistungen geführt?
Schlechte Grundkompetenzen müssen zu denken geben
Die Ergebnisse der nationalen Überprüfung des Erreichens der Grundkompetenzen zeigen, dass in Basel-Stadt ein erheblicher Teil der Schülerinnen und Schüler die grundlegenden Anforderungen nicht erreicht. Besonders bedenklich ist dies bei den elementaren Fähigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Diese bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Berufsausbildung und ein selbstständiges Leben.
Für die SVP darf deshalb nicht sein, dass Kinder die obligatorische Schulzeit abschliessen, ohne über ausreichende Grundkenntnisse zu verfügen. Ob und inwiefern der Lehrplan 21 zu dieser Entwicklung beiträgt, muss deshalb kritisch und unabhängig untersucht werden.
Lehrpersonen sollen unterrichten statt Formulare ausfüllen
Gleichzeitig stehen die Lehrpersonen zunehmend unter Druck. Unterschiedliche Leistungsniveaus, sprachliche Schwierigkeiten und steigende Anforderungen an die individuelle Förderung stellen sie täglich vor grosse Herausforderungen. Hinzu kommen administrative Aufgaben, Dokumentationen und organisatorische Vorgaben, die wertvolle Zeit beanspruchen.
«Unsere Lehrpersonen sollen wieder mehr Zeit für ihre eigentliche Aufgabe haben: den Kindern etwas beizubringen. Statt immer neuer Konzepte, Kompetenzraster und administrativer Vorgaben braucht es guten Unterricht, klare Leistungsanforderungen und die konsequente Vermittlung von Grundwissen», erklären die beiden SVP-Grossräte Joël Thüring und Jenny Schweizer.
Die SVP will deshalb auch untersuchen lassen, welche administrativen Belastungen unmittelbar oder mittelbar mit der Umsetzung des Lehrplans 21 verbunden sind und wo unnötige Vorgaben vereinfacht oder gestrichen werden können.
Lehrplan 21 unabhängig überprüfen und Konsequenzen ziehen
Mit der Motion wird eine Evaluation der Umsetzung und Wirkung des Lehrplans 21 verlangt. Dabei sollen die Kompetenzorientierung, die Unterrichtsvorgaben und deren tatsächlicher Beitrag zum Bildungsauftrag untersucht werden. Bestehende Untersuchungen und Daten sollen umfassend genutzt werden, um Kosten und unnötigen Verwaltungsaufwand zu vermeiden.
Der Regierungsrat soll im Anschluss konkrete Verbesserungsmassnahmen aufzeigen und im Rahmen seiner Zuständigkeiten umsetzen beziehungsweise den zuständigen Stellen unterbreiten. Für die SVP bleibt klar, dass nicht die Anzahl Kompetenzen auf dem Papier über eine gute Schule entscheiden, sondern das Wissen und Können der Schülerinnen und Schüler. Die Volksschule braucht deshalb weniger Bürokratie, mehr Zeit für den Unterricht und eine klare Rückbesinnung auf ihren eigentlichen Bildungsauftrag.
Schweizerische Volkspartei Basel-Stadt