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Eröffnungsansprache der Legislatur 2009-2013 von Alterspräsident Roland Lindner

Herr Regierungspräsident Morin,
Mitglieder der Regierung,
liebe Kolleginnen und Kollegen des Grossen Rates,
Presse und Zuschauer auf der Tribüne.

Ich darf auch meine 7 jährige Enkelin Vanessa begrüssen, welche das erste Mal im Leben einen Grossratsaal sieht.

Es gibt Momente im Leben, da ist man der Jüngste, der Jüngst in der Familie, der Jüngste im Beruf, oder die Jüngste im Grossen Rat wie unsere Salome Hofer. Und schneller als man denkt, meine Damen und Herren, ist man plötzlich der Älteste und Senior im Grossen Rat und hat die Ehre, den neuen und verkleinerten Rat zu eröffnen.

Ein Freund hat mit gesagt, lieber Rolli, du kannst ruhig der Älteste im Rat sein, solange du nicht der "Blödeste oder der Langsamste" bist. A pro po Schnelligkeit, wenn Du in Afrika von einem Löwen verfolgst wirst, so musst du nicht schneller rennen können als der Löwe, sondern nur ein bisschen schneller sein, als derjenige, der neben Dir rennt.

Das gilt auch in der Politik, nur ein bisschen schneller!

Was ist neu im verkleinerten Grossen Rat?

Erstens sind wir nur noch 100 und sitzen an neuen Plätzen. Persönlich sitze ich nun in der ersten Reihe wie seinerzeit als vorwitziger Schüler. Ich vermisse einige profilierte Grossräte wie Stephan Maurer, Rolf Jucker, Marcel Rünzi und Peter Malama. Ich vermisse meine Architektenkollegen Zinkernagel und Ritter. Ich bin nun noch der einzige Architekt in Rat. Sicher ist, dass jeder Einzelne von uns noch mehr Arbeit zu erbringen haben wird, da wir nun 30 Köpfe weniger sind.

Was uns sicher alle am meisten beschäftigt ist die Frage: Was werden uns die nächsten 4 Jahre bringen ?

Niemand kann dies verbindlich sagen! Auch die vielen Prognosen nicht, die von "totaler Krise" bis "gar nicht so schlimm" lauten.

Was wir jedoch sicher wissen, ist, dass der Mensch nicht nach logischen mathematischen Gesetzen funktioniert. Sonst hätten wir diese Finanzkrise heute sicher nicht!

Wenn man jedoch älter ist, hat man den Vorteil, aus seiner langen Lebenserfahrung zu lernen und ich habe gelernt, dass Krisen auch immer Chancen bieten !

Ich möchte Euch ein Beispiel geben: In den 70ger-Jahren war die erste grosse Ölkrise. Die Prognosen waren sich einig, dass die OPEC-Länder mit ihren Milliarden Dollars die gesamte westliche Wirtschaft aufkaufen werden. Dh. ein Horrorszenario, vergleichbar wie heute.

Der anschliessende Krieg zwischen Iran und Irak hat jedoch diese OPEC Milliarden in kurzer Zeit wieder verbraten lassen.

Weil zu dieser Zeit in Basel als Architekt keine Arbeit zu finden war (für mich eine Krise), war ich gezwungen, mit meiner Familie vier Jahre nach Algerien zu ziehen und konnte dort grosse Projekte realisieren. Dank dieser Erfahrung konnte ich später als Architekt eine internationale Karriere starten und durfte auf der ganzen Welt interessante Bauten planen (für mich eine grosse Chance).

Was will ich mir diesem Beispiel sagen?

Als primär im Ausland tätiger Architekt habe ich immer mit Krisen und Chancen leben müssen. Meine Berufs- und Lebenserfahrung hat mich jedoch gelehrt, dass auf Krisen auch immer wieder positive Entwicklungen entstehen.

Warum können wir im neuen Rat stolz sein?

1. Politik ist wieder in! Überall wird nach dem Staat verlangt.

Obwohl die Wahlbeteiligung im Herbst nur knapp 38 % war, können wir 100 nun stolz sein, für das Ehrenamt als Grossrat oder Grossrätin gewählt worden zu sein.

Ja, ich sage ausdrücklich Ehrenamt! Es ist m. E. nicht selbst-verständlich, dass wir als Milizpolitiker enorm viel Zeit in die Kommissionen und das Parlament investieren mit wenig Dank und finanziellen Einbussen. Für die freiberuflichen Räte zumindest decken die bescheidenen Diäten bestenfalls etwas von unseren Barauslagen.

Es sollte deshalb unser aller Ziel sein, im Rat dafür zu sorgen, dass in der Öffentlichkeit und in den Medien unser persönlicher Einsatz für die Stadt Basel als Milizpolitiker viel besser bekannt und somit akzeptiert wird!

Vielleicht hilft dies, dass die Stimmebeteiligung in 4 Jahren endlich höher wird und sich auch mehr junge Leute für ein politisches Amt interessieren.

Nun zum Schluss: Was sind nun  meine persönlichen Ziele für die nächsten vier Jahre?

Keine Angst, ich strebe keine politische Karriere mehr an.

Ich möchte nicht mehr Bundesrat werden.

Als Senior vertrete ich jedoch ca. 15 % der Basler Bevölkerung 65 plus und bin mit über 600 Stimmen ausserhalb meiner Parteistimmen gewählt worden. D.h. von Wählern anderer Parteien oder von Leuten, die in keiner Partei sind und mich primär als Person gewählt haben. Diesen Personen fühle ich mich speziell verpflichtet und tue mir das Amt als Grossrat nochmals an.

Mein Ziel ist deshalb, als Architekt und Politiker im Rat mitzuhelfen, dass wir in diesem Grossratssaal in 4 Jahren sagen können:

„Wir haben die Veränderungen der Kreditkrise erfolgreich überstanden und Basel ist noch immer eine der attraktivsten und wirtschaftlich erfolgreichsten Städte der Schweiz.“

Dieses Ziel können sicher alle Parteien unterstützen und ich möchte schliessen mit dem Aufruf: Packen wir die vier Jahre an!!!

Ich danke Ihnen für Eure Aufmerksamkeit.

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